Eine Platte in der Klemme
Die Molukkensee-Platte ist eine Mikroplatte mit rund 418.000 Quadratkilometern, also 0,08 % der Erdoberfläche. In PB2002 umfasst sie die Molukkensee, den Golf von Tomini und einen großen Teil des nördlichen und östlichen Sulawesi, etwa 3,8 % der Landfläche von Indonesien. Ihre Kruste ist gemischt: ozeanischer Boden unter den Meeren und Inselbogenkruste auf Sulawesi.
Die Molukkensee ist ein klassisches Beispiel für eine Kollision zweier Inselbögen. Zwei Vulkanbögen, der Sangihe-Bogen im Westen und der Halmahera-Bogen im Osten, bewegen sich aufeinander zu. Die ozeanische Platte zwischen ihnen taucht unter beide Bögen ab, und ein großer Teil von ihr ist bereits im Erdmantel verschwunden.
Was an ihren Rändern geschieht
Die längste Grenze der Platte, 1462 km, verläuft im Süden zur Bandasee-Platte. PB2002 stuft sie als Mischung aus ozeanischer Konvergenz, Rift- und Transformabschnitten ein, mit Relativgeschwindigkeiten von etwa 0,9–5,5 cm pro Jahr.
Im Westen und Norden ist eine 1327 km lange Grenze zur Sunda-Platte überwiegend eine Subduktionszone. Dazu gehört der Nordsulawesi-Graben, an dem der Boden der Celebessee nach Süden unter den nördlichen Arm von Sulawesi abtaucht. Die Relativgeschwindigkeiten reichen von etwa 0,5 bis 4,7 cm pro Jahr.
Im Osten ist die 479 km lange Grenze zur Vogelkop-Platte mit etwa 8,6–10,1 cm pro Jahr die schnellste. Sie verbindet Subduktion und Blattverschiebungen dort, wo die Region Halmahera auf der Vogelkop-Platte nach Westen drückt.
Erdbeben und Vulkane
Der Datensatz verzeichnet seit 1900 auf der Platte 48 Erdbeben der Magnitude 6,5 oder stärker, zwei davon mit Magnitude 8 oder mehr: das Erdbeben in der Seramsee von 1965 (M8.2) und das Sulawesi-Erdbeben von 1939 (M8.1), dessen Herd in etwa 150 km Tiefe lag. Weitere große Ereignisse sind das Erdbeben von 1996 nördlich von Palu (M7.9), das Erdbeben von 1990 bei Gorontalo (M7.8) und das Erdbeben von 1998 vor Luwuk (M7.7).
Auf der Platte liegt ein Vulkan aus dem Datensatz: Colo auf der Insel Una-Una im Golf von Tomini. Sein Ausbruch von 1983 zwang zur Evakuierung der gesamten Insel. Die aktiven Vulkane des Sangihe- und des Halmahera-Bogens liegen knapp außerhalb der Platte, auf der Sunda-Platte und der Vogelkop-Platte.
Warum die Platte umstritten ist
Geologen sind sich einig, dass die Region der Molukkensee eine Kollisionszone ist, nicht aber darüber, wie man sie in Platten aufteilt. Die ursprüngliche Molukkensee-Platte ist größtenteils subduziert, und das Polygon von PB2002 ist eine praktische Möglichkeit, den verbliebenen Block und seine Grenzen zu beschreiben. Andere Studien teilen Sulawesi in mehrere kleinere Blöcke auf oder betrachten das Gebiet als großräumige Deformationszone. Die Grenzen auf dieser Karte sind daher als Näherung zu verstehen.